Anmeldung zur Eheschließung beim Standesamt
Die Anmeldung geht frühestens sechs Monate vor der Trauung. Mit dieser Liste habt ihr die Unterlagen beisammen, bevor ihr den Termin ausmacht.
In Deutschland ist nur die Trauung beim Standesamt rechtlich gültig. Bevor das Standesamt euch traut, prüft es, ob ihr heiraten dürft. Diese Prüfung heißt Anmeldung zur Eheschließung, früher sprach man vom Aufgebot. Für sie gelten feste Fristen, und sie entscheidet, wann ihr frühestens heiraten könnt.
Wann ihr euch anmeldet
Frühestens sechs Monate vor eurem Wunschtermin. Ist die Prüfung abgeschlossen, habt ihr sechs Monate Zeit, um zu heiraten. Verstreicht die Frist, müsst ihr euch neu anmelden.
Meldet euch so früh an, wie es geht. Fehlt eine Urkunde oder muss etwas aus dem Ausland beschafft werden, habt ihr dann noch Luft. Mit Unterlagen aus dem Ausland oder nach einer Scheidung im Ausland können Wochen bis Monate vergehen.
Wo ihr euch anmeldet
Zuständig ist das Standesamt der Gemeinde, in der einer von euch mit Haupt- oder Nebenwohnsitz gemeldet ist. Heiraten könnt ihr danach bei jedem Standesamt in Deutschland, etwa im Heimatort der Eltern oder in einem Trauzimmer am Urlaubsort. Sagt bei der Anmeldung gleich, wo ihr heiraten wollt.
Ihr geht in der Regel zu zweit und persönlich hin. Kann einer von euch nicht kommen, reicht bei vielen Standesämtern eine schriftliche Vollmacht. Einzelne Städte bieten inzwischen eine Anmeldung online an, Stuttgart zum Beispiel für einen Teil der Stadt.
Welche Unterlagen ihr braucht
Was genau verlangt wird, hängt von eurer Situation ab und unterscheidet sich etwas zwischen den Standesämtern. Für zwei ledige Deutsche, die in Deutschland geboren sind, reicht meist wenig:
| Unterlage | Wer sie braucht | Woher |
|---|---|---|
| Gültiger Personalausweis oder Reisepass | Ihr beide | Habt ihr schon |
| Beglaubigter Ausdruck aus dem Geburtenregister | Ihr beide | Standesamt eures Geburtsorts, oft auch online bestellbar |
| Erweiterte Meldebescheinigung (auch Aufenthaltsbescheinigung) mit Familienstand | Wer nicht in der Gemeinde des Standesamts gemeldet ist | Bürgeramt eures Wohnorts |
| Eheurkunde mit Auflösungsvermerk oder rechtskräftiges Scheidungsurteil | Wer schon verheiratet war | Standesamt der früheren Ehe oder Familiengericht |
| Geburtsurkunden gemeinsamer Kinder | Paare mit gemeinsamen Kindern | Standesamt des Geburtsorts |
Achtet auf das Alter der Dokumente. In Berlin darf der Ausdruck aus dem Geburtenregister am Tag der Anmeldung höchstens sechs Monate alt sein, die Meldebescheinigung höchstens 14 Tage. Bestellt die Meldebescheinigung also erst kurz vor dem Termin.
Manche Standesämter rufen Geburts- und Eheeinträge aus Deutschland inzwischen selbst elektronisch ab, Stuttgart zum Beispiel. Dann müsst ihr den Ausdruck aus dem Geburtenregister nicht mitbringen. Fragt bei eurem Standesamt nach, bevor ihr Urkunden bestellt.
Wenn einer von euch nicht deutsch ist
Wer eine ausländische Staatsangehörigkeit hat, braucht in der Regel ein Ehefähigkeitszeugnis aus dem Heimatland. Es bestätigt, dass nach dem dortigen Recht nichts gegen die Ehe spricht. Viele Staaten stellen keines aus. Dann beantragt das Standesamt für euch eine Befreiung beim Präsidenten des Oberlandesgerichts. Die Befreiung gilt sechs Monate, und die Bearbeitung kann einige Monate dauern.
Ausländische Urkunden müssen meist im Original vorliegen, von einem in Deutschland vereidigten Übersetzer übersetzt und je nach Land mit Apostille oder Legalisation versehen sein. Eine Scheidung im Ausland muss unter Umständen erst von der Landesjustizverwaltung anerkannt werden. Meldet euch in diesen Fällen lange vor der Sechsmonatsfrist beim Standesamt: Es gibt euch eine Liste für euren Fall und sagt, was ihr schon vorher besorgen könnt.
Umgekehrt gilt: Wenn ihr als Deutsche im Ausland heiraten wollt, verlangen manche Länder ein deutsches Ehefähigkeitszeugnis. Das stellt das Standesamt an eurem Wohnsitz aus.
Was die Anmeldung kostet
Die Gebühren legen Länder und Gemeinden fest. Ein paar Beispiele von den Seiten der Städte:
| Leistung | Berlin | Stuttgart | Dortmund |
|---|---|---|---|
| Anmeldung, nur deutsches Recht | 45 € | 65 € | 66 € |
| Anmeldung mit ausländischem Recht | auf Anfrage | 130 € | 109 € |
| Eheurkunde | 12 € | 20 € | 15 € |
Rechnet für die Anmeldung mit etwa 45 bis 75 Euro, mit Auslandsbezug mit gut 100 Euro. München nennt je nach Fall 60 bis etwa 350 Euro. Dazu können Zuschläge kommen: für eine Trauung außerhalb der Öffnungszeiten (Berlin 80 €, Dortmund 108 €), an einem besonderen Ort oder in einem anderen Standesamt als dem, bei dem ihr euch angemeldet habt (Berlin 40 €). Eine Befreiung vom Ehefähigkeitszeugnis kostet je nach Fall zwischen 15 und 305 Euro. Was Samstage, Trauorte und Urkunden in weiteren Städten kosten, steht in unserem Ratgeber Was kostet eine Hochzeit beim Standesamt.
Termin reservieren und Anmeldung: zwei verschiedene Dinge
Die Anmeldung ist die Prüfung eurer Unterlagen. Der Trautermin ist eine Buchung beim Standesamt. Wie beides zusammenhängt, regelt jedes Amt selbst. In Berlin könnt ihr den Termin bei der Anmeldung festlegen. In Dortmund gibt es einen Termin erst, wenn alle Unterlagen vollständig sind, und keine Vorabreservierung.
Für beliebte Samstage im Sommer und besondere Trauorte heißt das: Fragt früh, wie euer Standesamt Termine vergibt, und meldet euch genau dann an, wenn es geht. Wollt ihr in einem anderen Ort heiraten, fragt dort direkt nach dem Termin.
Trauzeugen
Trauzeugen sind beim Standesamt freiwillig. Wenn ihr welche wollt, dürfen es höchstens zwei sein. Sie müssen volljährig sein und einen gültigen Ausweis oder Pass mitbringen. Für die kirchliche Trauung gelten eigene Regeln: Die katholische Kirche verlangt zwei Trauzeugen. Was Trauzeugen sonst übernehmen, steht in unserem Ratgeber Trauzeugen: Aufgaben.
Welchen Namen ihr tragt
Ihr könnt einen gemeinsamen Ehenamen wählen, also den Namen eines von euch, oder beide euren Namen behalten. Seit dem 1. Mai 2025 ist außerdem ein Doppelname aus beiden Namen als gemeinsamer Ehename möglich, mit oder ohne Bindestrich und aus höchstens zwei Teilen. Er gilt dann für euch beide in derselben Reihenfolge.
Wird der Name eines von euch zum Ehenamen, kann der andere seinen bisherigen Namen voranstellen oder anfügen. Das heißt Begleitname. Habt ihr einen Doppelnamen als Ehenamen gewählt, geht das nicht mehr.
Die Erklärung gebt ihr beim Standesamt ab, am besten bei der Eheschließung. Einen Ehenamen könnt ihr auch später noch bestimmen, dann braucht die Erklärung eine öffentliche Beglaubigung. Besprecht die Frage trotzdem vor der Anmeldung, dann kann das Standesamt alles in einem Gang vorbereiten.
Standesamt, freie und kirchliche Trauung an verschiedenen Tagen
Viele Paare heiraten standesamtlich im kleinen Kreis und feiern das große Fest mit freier oder kirchlicher Trauung einige Wochen später. Eine freie Trauung hat keine rechtliche Wirkung, sie ist eure Zeremonie. Die evangelische und die katholische Kirche trauen in der Regel erst, wenn ihr standesamtlich verheiratet seid, und verlangen dafür einen Nachweis.
Plant die Fristen deshalb vom Standesamt aus: Der standesamtliche Termin muss in die sechs Monate nach der Anmeldung fallen, das Fest darf später liegen. Unsere Hochzeitscheckliste rechnet die Schritte von eurem Datum aus zurück, inklusive Anmeldung.
Österreich: Ermittlung der Ehefähigkeit
In Österreich heißt die Prüfung Ermittlung der Ehefähigkeit. Zuständig ist jedes Standesamt in Österreich, in Statutarstädten das Standesamt des Magistrats und in Wien die Standesämter der Stadt. Grundsätzlich kommt ihr beide persönlich. Das Ergebnis gilt höchstens sechs Monate, deshalb meldet ihr euch etwa sechs Monate vor dem Wunschtermin an. Heiraten könnt ihr danach auch bei einem anderen Standesamt.
Ledige österreichische Staatsangehörige bringen einen amtlichen Lichtbildausweis, die Geburtsurkunde und einen Staatsbürgerschaftsnachweis mit. Wer schon verheiratet war, braucht die Heiratsurkunde und den Nachweis, dass die Ehe aufgelöst ist. Die Ermittlung kostet laut oesterreich.gv.at 74 Euro, mit ausländischen Urkunden 193 Euro. Für die Trauung selbst kommen eine Bundesverwaltungsabgabe ab 5,45 Euro und je nach Gemeinde weitere Gebühren dazu. Trauzeugen sind auch in Österreich freiwillig. Wenn ihr welche wollt, sind einer oder zwei möglich, ab 18 Jahren und mit amtlichem Lichtbildausweis.
Schweiz: Ehevorbereitung beim Zivilstandsamt
In der Schweiz reicht ihr beim Zivilstandsamt am Wohnsitz eines von euch das Gesuch um Vorbereitung der Eheschliessung ein und erscheint dort persönlich. Wohnt ihr beide im Ausland, ist das Zivilstandsamt am Trauort zuständig. Schweizer Staatsangehörige brauchen oft nur einen Ausweis und eine Wohnsitzbescheinigung, mit ausländischen Dokumenten dauert es länger.
Nach dem Abschluss der Ehevorbereitung muss die Trauung innerhalb von drei Monaten stattfinden. Den Trauungstermin könnt ihr meist schon früher reservieren, im Kanton Bern zum Beispiel frühestens ein Jahr im Voraus. In der Stadt Zürich muss die Ehevorbereitung spätestens einen Monat vor der Trauung stattfinden. Anders als in Deutschland und Österreich braucht ihr zwei volljährige Trauzeugen. In Zürich kostet die günstigste Variante im Stadthaus ab 255 Franken, die Ehevorbereitung eingeschlossen.
Beim Namen behält in der Schweiz bisher jeder seinen eigenen, oder ihr wählt einen gemeinsamen Familiennamen. Das Parlament hat beschlossen, Doppelnamen wieder zuzulassen. Ab wann das gilt, sagt euch das Zivilstandsamt.
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