Hochzeitsrede: wer spricht, wie lange und wie ihr anfangt

Eine gute Hochzeitsrede ist kurz, handelt vom Paar und endet mit erhobenem Glas. Hier steht, wie ihr sie aufbaut, und Anfänge für jede Rolle, die ihr umschreiben könnt.

Aktualisiert am 20. Oktober 2026

Bei einer Hochzeit im deutschsprachigen Raum spricht meistens nicht nur eine Person. Wer redet, wann und wie lange, legt ihr am besten vorher fest. Sonst steht beim Hauptgang plötzlich der fünfte Onkel auf, und die Küche wartet.

Wer eine Rede hält

Feste Regeln gibt es nicht, aber eine verbreitete Reihenfolge:

  1. Brautvater oder Eltern der Braut. Klassisch eröffnet der Brautvater die Feier, begrüßt die Gäste und heißt die neue Familie willkommen. Heute sprechen oft beide Eltern zusammen oder die Brautmutter.
  2. Eltern des Bräutigams. Wenn sie sprechen wollen, folgen sie meist direkt.
  3. Trauzeugin und Trauzeuge. Sie kennen das Paar oft am längsten und erzählen die persönlichsten Geschichten.
  4. Das Brautpaar. Es dankt den Gästen, den Eltern und allen, die geholfen haben. Ob einer von euch spricht oder ihr beide, entscheidet ihr selbst.

Heiraten zwei Frauen oder zwei Männer, sprechen die Eltern einfach in der Reihenfolge, die ihr festlegt. Wer zwei Familien mit ganz unterschiedlichen Traditionen zusammenbringt, kann die Reihenfolge auch umdrehen: Das Paar begrüßt zuerst, die Familien antworten.

Gut ist, wenn eine Person den Abend moderiert und die Reden ankündigt. Oft übernehmen das die Trauzeugen, der DJ oder eine Freundin mit Mikrofon.

Wann die Reden passen

Plant die Reden zwischen den Gängen oder direkt nach der Begrüßung beim Essen ein. Die Gäste sitzen dann, hören zu und haben ein Glas in der Hand. Nach dem Eröffnungstanz will kaum noch jemand zuhören.

Mehrere Reden verteilt ihr am besten: eine vor der Vorspeise, eine vor dem Hauptgang, eine vor dem Dessert. Sprecht die Zeiten mit der Location ab, damit die Küche weiß, wann sie warten muss.

Wie lange eine Rede dauern sollte

Drei bis fünf Minuten pro Rede sind genug. Das klingt kurz, ist am Mikrofon aber eine lange Zeit. Wenn vier Menschen sprechen, sitzen die Gäste schon zwanzig Minuten.

Lest euren Text einmal laut mit Stoppuhr. Wer über fünf Minuten liegt, streicht die zweite Anekdote, nicht die Pointe.

Der Aufbau

Fast jede gelungene Hochzeitsrede folgt diesem Muster:

  1. Begrüßung. Wer ihr seid und in welcher Beziehung ihr zum Paar steht. Nicht alle Gäste kennen euch.
  2. Eine Geschichte. Ein konkretes Erlebnis mit dem Paar oder einem der beiden. Eine gute Geschichte trägt mehr als zehn Adjektive.
  3. Was ihr am Paar schätzt. Was die beiden zusammen ausmacht, mit einem Beispiel aus ihrem Alltag.
  4. Ein Wunsch für die Zukunft. Kurz und ehrlich.
  5. Der Toast. Bittet die Gäste, das Glas zu erheben, und nennt beide Namen.

Hört nach dem Toast auf. Der Applaus ist das Ende.

Beispiele für den Anfang

Diese Anfänge sind Vorlagen, keine fertigen Reden. Ersetzt Namen und Details durch eure eigenen.

Brautvater oder Brautmutter

Liebe Familie, liebe Freunde, ich bin Thomas, Lenas Vater. Vor 31 Jahren habe ich sie zum ersten Mal im Arm gehalten, und heute darf ich hier stehen und euch alle zu ihrer Hochzeit begrüßen.

Lieber Jonas, als Lena dich das erste Mal mit nach Hause gebracht hat, hast du nach dem Essen als Einziger gefragt, ob du beim Abwasch helfen kannst. Da wusste ich ungefähr, woran ich bin.

Eltern des Bräutigams

Wir sind Jonas' Eltern, und wir möchten heute vor allem eines sagen: Lena, willkommen in unserer Familie. Eigentlich gehörst du ja schon seit dem ersten Weihnachten dazu.

Trauzeugin oder Trauzeuge

Ich kenne Lena seit der fünften Klasse. In dieser Zeit hat sie mir bei drei Umzügen geholfen, bei zwei Prüfungen Mut gemacht und mich genau einmal angerufen, um zu sagen: Ich glaube, das ist er.

Jonas hat mich vor einem Jahr gefragt, ob ich sein Trauzeuge werde. Das war der Moment, in dem ich gemerkt habe, dass er nervöser war als bei seinem Antrag.

Das Brautpaar

Wir halten es kurz, denn das Essen wartet. Danke, dass ihr da seid, manche von euch nach sechs Stunden im Zug.

Bevor wir anstoßen, möchten wir zwei Menschen danken, ohne die heute gar nichts gelaufen wäre: unseren Trauzeugen.

Der Toast zum Schluss

Bitte erhebt mit mir das Glas: auf Lena und Jonas!

Was in eine Hochzeitsrede nicht gehört

Vorbereitung, die den Unterschied macht

Schreibt die Rede auf Karteikarten in großer Schrift statt auf das Handy. Testet das Mikrofon vorher mit dem DJ oder der Location. Trinkt vor der Rede lieber ein Glas Wasser als ein zweites Glas Sekt.

Sagt dem Paar, dass ihr sprechen wollt, auch wenn die Rede eine Überraschung sein soll. Wer moderiert, braucht die Liste aller Redner, um die Reihenfolge zu planen. Was Trauzeugen außerdem übernehmen, steht in unserem Ratgeber Trauzeugen: Aufgaben.

Damit Reden, Gänge und Spiele nicht durcheinanderkommen, legt ihr in Wedding Harmony mit Premium, einem Einmalkauf, einen Zeitplan für den Hochzeitstag an. Was ihr bis wann vorbereiten müsst, steht in der Hochzeitscheckliste.